Sanierungsprojekt Martin-Niemöller-Haus

Foto: Sabeth Stickforth

Baubeginn am Martin-Niemöller-Haus

Ende Mai geht es nun endlich los: Wir können das Martin-Niemöller-Haus energieeffizient, barrierefrei und denkmalgerecht sanieren. Im September 2017 wollen wir den Erinnerungs- und Lernort wieder eröffnen. Es ist eine bemerkenswerte Leistung vieler engagierter Mitwirkender, dieses Projekt so weit gebracht zu haben. 1,45 Millionen Euro sind für unsere Kirchengemeinde kein Pappenstil und wir danken allen Einzelpersonen und Institutionen, die sich an der Finanzierung beteiligen. Und bitte unterstützen Sie uns auch weiterhin! Denn zum einen fehlen noch knapp 20.000 Euro an der notwendigen Spendensumme von 150.000 Euro und zum anderen braucht die Bildungsarbeit in diesem Haus, braucht das Erinnern – Lernen – Handeln auch zukünftig Unterstützer/innen und Förderer. 


Benefizkonzert des Sharoun Ensembles Berlin

Der Baustart wurde von einem ganz besonderen Konzert begleitet: Das Sharoun Ensemble Berlin spielte am 30. Mai 2016 in der Jesus-Christus-Kirche. Das Kammermusik­ensemble, gegründet von Mitgliedern der Berliner Philharmoniker, begeistert sein Publikum seit 1983. Uns begeisterte es gleich doppelt: musikalisch und mit der Bereitschaft, die Spendengelder dieses Benefizkonzertes für die Arbeit des Martin-Niemöller-Hauses zur Verfügung zu stellen. Herzlichen Dank!

Dank an die Friede Springer Stiftung

Im Februar haben wir den Fördervertrag mit der Friede Springer Stiftung unterschrieben. Die Stiftung finanziert mit ihrem Beitrag in Höhe von 100.000 Euro die barrierefreie Zugänglichkeit des Gebäudes und damit auch der Bildungsangebote, die in diesem Haus stattfinden. Partizipation und eine gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderungen ist ein Menschenrecht. Der Inklusionsgedanke ist in unserem christlichen Menschenbild tief verankert und bleibt doch eine Herausforderung für unsere Kirche. Das hat zuletzt im November 2015 die kreiskirchliche Querschnittsvisitation zum Thema Willkommenskultur deutlich gemacht. In unserer Kirchengemeinde wollen wir weiter Teilhabebarrieren abbauen. An die Fördergrundsätze der Friede Springer Stiftung, wie dem unbedingten Eintreten für den freiheitlichen Rechtsstaat, der Aussöhnung zwischen Christen und Juden und der Ablehnung jeglicher Art von politischem Totalitarismus hat unser Engagement im Projekt Martin-Niemöller-Haus: Erinnern– Lernen– Handeln viele Anknüpfungspunkte. Wir möchten, dass unser Erinnerungs- und Lernort für alle Menschen zugänglich ist und jede und jeder sich unabhängig von seinen oder ihren Möglichkeiten oder Einschränkungen beteiligen kann. Die bauliche Barrierefreiheit ist dafür ein wichtiger und notwendiger Schritt. Der Friede Springer Stiftung danken wir für ihre großzügige finanzielle Unterstützung!

Das Martin-Niemöller-Haus braucht aber auch Ihre Unterstützung! 

Die wichtige historische Erfahrung des Widerstandes mit allen Facetten und Widersprüchen in Berlin-Dahlem vor Ort fassbar und nachvollziehbar zu machen, um daraus für die Gegenwart zu lernen, ist die Aufgabe des Martin-Niemöller-Hauses. Was heißt es heute für andere einzutreten? In der Schule oder im Beruf, hier bei uns in Berlin oder weltweit. Wo ist unser Engagement für die Einhaltung der Menschenrechte, für ein friedliches Miteinander und den Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen gefragt? Bei der Suche nach Antworten orientieren wir uns am biblischen Zeugnis und bringen es ins Gespräch mit den vielen anderen Religionen und Weltanschauungen in unserer Stadt.

Helfen Sie mit Ihrer Spende, einen attraktiven Lern- und Bildungsort zu erhalten und weiterzuentwickeln! Wir freuen uns auf Sie!

Informationen über unser Projekt Martin-Niemöller-Haus: Erinnern – Lernen – Handeln und über Bildungsangebote und Veranstaltungen finden Sie unter: www.niemoeller-haus-berlin.de. Gerne können Sie einen Termin mit uns vereinbaren. Unseren aktuellen Flyer finden Sie hier zum Download (PDF, 428 kb)

Spendenkonto:
Ev. Kirchengemeinde Berlin-DahlemPostbank Berlin
Kto.-Nr. 104 33 107, BLZ 10010010 
IBAN: DE91 1001 0010 0010 4331 07, BIC: PBNKDEFF
Stichwort: Erinnerungsort Martin-Niemöller-Haus  

 

„Spiegele dich im Licht von 1995“ (Ausschnitt)
der Künstler Nikolaus Koliusis
alle zwölf Einzelwerke nebeneinander

Kunst-Spendenaktion für das Sanierungsprojekt Martin-Niemöller-Haus

Das Spendenbarometer steht aktuell bei 120.000 Euro. Das bedeutet, dass wir unser Spendenziel zu 80 % erreicht haben. Das ist sehr ermutigend und Ansporn für das Jahr 2016.

Mit dazu beigetragen haben die Spenden für das Kunstwerk „Spiegele dich im Licht von 1995“ des Stuttgarter Künstlers 
Nikolaus Koliusis (Foto). Es bezieht sich auf das Mahnmal – 
ebenfalls von Koliusis geschaffen –, das auf dem St. Annen-Friedhof an die Opfer von „Rassenwahn – Krieg – Diktatur“ während der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft erinnert. Das Kunstwerk wurde am 18. Oktober 2015 nach dem Erinnerungsgottesdienst in der Jesus-Christus-Kirche zum 70. Jahrestag des Stuttgarter Schuldbekenntnisses vorgestellt, also fast genau 20 Jahre nach der Einweihung des Mahnmals. 

Schuld bekennen, Schuld erinnern, und daraus Konsequenzen für heutiges Handeln zu ziehen, dieses Thema stand im Mittelpunkt des Gottesdienstes und der anschließenden Präsentation. Mit sehr persönlichen Ausführungen gab der Künstler einen Einblick in den Entstehungsprozess des Kunstwerkes. Die Spiegelflächen geben dem Betrachter zu verstehen, dass er selbst Teil des Erinnerungsprozesses ist. In der Begleitbroschüre schreibt dazu der Kunsthistoriker Frank Druffner: „Das hat den erwünschten Nebeneffekt, dass jeder, der ein Exemplar dieser Erinnerungszeichens erwirbt, sich bei dessen Betrachtung selbst darin spiegelt. ‚Spiegele dich im Licht von 1995‘ – mit diesen einfachen Worten umschreibt Koliusis das Spiel mit der Erinnerung. Das Bild weist zurück auf den Dahlemer Friedhof, auf den dortigen Erinnerungs- und Lernort und wird zu einem reflektierenden und reflektierten Baustein für die Sanierung eines weiteren solchen Ortes.“

Inzwischen sind alle zwölf Einzelwerke vergeben und haben einen neuen Standort gefunden. Auch im Martin-Niemöller-Haus wird ein Werk seinen Platz finden und Teil des Erinnerns und Lernens in unserer Gemeinde sein. Unser Spendenbarometer ist dadurch um rund 10 000 Euro nach oben geklettert.

An dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön an Nikolaus Koliusis, aber auch an Katja und Kay-Uwe von Damaros, die das Projekt federführend begleitet haben. Nicht zuletzt sei allen Spenderinnen und Spendern gedankt, die sich von der Kunst und vom Licht des Erinnerns haben begeistern lassen!

Auch darüber hinaus haben wieder etliche Menschen in unserer Gemeinde sich für den Erhalt des Martin-Niemöller-Hauses engagiert und Geld gespendet. Auch ihnen allen gebührt unser Dank!

Was den praktischen Fortgang der Sanierung angeht, warten wir im Moment noch auf letzte Klärungen und Genehmigungen der Senatsverwaltung und des Bezirksamts zu den eingereichten Unterlagen. Deshalb konnte die Kita Niemöllerhaus auch noch nicht in die Hittorfstraße 21 umziehen. Aber wir sehen 
alles auf einem guten Weg und üben uns auch diesbezüglich in hoffungsvoller Erwartung.

 

 

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